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Guten Tag, wir sind das Kreisorchester Borken. Schön, dass ihr auf unsere Seite gefunden habt. Wir bieten tolle sinfonische Blasmusik auf hohem Niveau mit viel Spaß an der Musik. Unser Projektorchester freut sich immer über neue Freunde und neue Musiker, die wir mit in die wunderbare Welt der Musik nehmen können.

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Klangfarben über Grenzen hinweg: „Musik in Farben“

Klangfarben über Grenzen hinweg: „Musik in Farben“

Musik in Farben: Zwei Konzerte, viele Klangwelten und eine echte Herausforderung

Ein dunkler Konzertsaal, farbiges Licht, ein Orchester auf der Bühne – und mittendrin Musik, die mal schwebt, mal kracht und manchmal ziemlich knifflig wird. Mit unserem Projekt „Musik in Farben“ hat das Kreisorchester Borken Anfang Oktober gleich zwei Konzertabende gestaltet: am Samstag, 3. Oktober, im Vennehof in Borken und am Sonntag, 4. Oktober, im Kulturquadrat in Ahaus.

Unter der Leitung von André Baumeister haben wir ein Programm gespielt, das uns ordentlich gefordert hat. Im Mittelpunkt standen „Colores“ des belgischen Komponisten Jan Van der Roost und die „Second Sinfonietta“ von Thiemo Kraas. Zwei Werke, die nicht einfach nebenbei funktionieren: Viele Wechsel, komplexe Rhythmen, dichte Klangbilder und reichlich Details in den Noten. Da muss jede Stimme sitzen – und gleichzeitig muss das große Ganze stimmen.

Herausfordernde Werke

Besonders „Colores“ hatte es in sich. Für uns war das Stück die bislang größte musikalische Herausforderung in der 19-jährigen Geschichte des Kreisorchesters Borken. Das hört sich erst einmal nach einer Ansage an. War es auch. Denn bei diesem Werk reicht es nicht, die eigene Stimme sicher zu spielen. Es geht darum, genau hinzuhören, aufeinander zu reagieren und aus vielen einzelnen Klangfarben ein gemeinsames Bild entstehen zu lassen – vielleicht mehr als bei anderen Werken.

Dafür haben wir nicht nur in den gemeinsamen Proben gearbeitet. Vor allem eine gute Vorbereitung am heimischen Notenpult war dafür von allen Musiker*innen gefordert. Fordende Rhythmen, exakte Einsätze, technisch schwieirge Läufe, genaue Intonation – diesen Herausforderungen mussten sich allen Musiker*innen beim üben stellen. Aber genau solche Projekte machen den Reiz eines Auswahlorchesters aus. Am Ende wachsen nicht nur die einzelnen Musiker*innen an der Aufgabe, sondern auch das Orchester als Ganzes.

Arbeit mit den Komponisten

Ein echter Glücksfall war die Zusammenarbeit mit Jan Van der Roost und Thiemo Kraas. Beide Komponisten waren bei Proben dabei und haben direkt mit uns an ihren Werken gearbeitet. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Bögen, Dynamikzeichen und Tempi auf dem Papier. Wir konnten nachfragen, zuhören und ausprobieren: Wie soll diese Stelle eigentlich wirken? Was steckt hinter dieser Klangidee? Wo darf es kraftvoll sein – und wo eher fein und zurückhaltend?

So einen direkten Austausch mit den Menschen zu haben, die ein Stück geschrieben haben, ist etwas Besonderes. Für uns war er vor allem eines: unglaublich hilfreich. Denn eine musikalische Idee lässt sich besser umsetzen, wenn man weiß, was dahintersteckt.

Abwechslungsreiches Programm

Neben den beiden großen Werken gehörten auch „Lux Aurumque“ von Eric Whitacre, „Purple Pig“ von James L. Hosay und „Flight of the Silverbird“ von Thomas Berger zu unserem Programm. Ruhige, fast schwebende Klänge wechselten sich mit rhythmischer Energie und großen, kraftvollen Momenten ab. Dazu kam die Lichtgestaltung, die den Konzerttitel „Musik in Farben“ aufgriff. Sie setzte Akzente, griff Stimmungen auf und ließ den Konzertsaal je nach Musik in einem anderen Licht erscheinen.

Das passte gut zu unserem Programm: Musik sollte nicht nur gehört, sondern auch erlebt werden. Mal leise und konzentriert, mal laut und voller Energie. Und manchmal so, dass man einfach nur staunt, was ein sinfonisches Blasorchester alles kann.

Musik aus und für die Region

Für uns war das Projekt aber noch aus einem anderen Grund besonders. Im Kreisorchester Borken spielen Musiker*innen aus vielen Städten und Gemeinden des Münsterlandes zusammen – und auch aus den benachbarten Niederlanden. Diese Mischung gehört seit unserer Gründung im Jahr 2007 zu uns. Unterschiedliche Wege, unterschiedliche musikalische Erfahrungen, aber ein gemeinsames Ziel: anspruchsvolle Musik auf die Bühne zu bringen.

Mit den beiden Konzerten in Borken und Ahaus konnten wir „Musik in Farben“ an zwei Orten im Kreisgebiet präsentieren und Menschen aus verschiedenen Teilen der Region erreichen. Das war uns wichtig. Denn ein solches Projekt entsteht zwar über Monate im Probenraum, seine eigentliche Wirkung entfaltet es erst dann, wenn Publikum im Saal sitzt.

Vom Konzert zum Wettbewerb

Gleichzeitig waren die beiden Konzerte für uns eine wichtige Station auf dem Weg zum bundesweiten Wettbewerb für Auswahlorchester des Bundesmusikverbands Chor & Orchester im November. Dort treten wir in der höchsten Kategorie, der „Extraklasse“, an. Die Erfahrungen aus Borken und Ahaus nehmen wir dafür auf jeden Fall mit: als musikalischen Feinschliff, als Motivation – und als Erinnerung an zwei Konzertabende, bei denen für uns vieles zusammenkam.

„Musik in Farben“ war für uns mehr als ein Konzertprogramm. Es war eine musikalische Reise mit ziemlich hohen Ansprüchen, viel Probenarbeit, direktem Austausch mit zwei Komponisten und einem Publikum, das diese Reise an zwei Abenden mit uns geteilt hat.